KUNSTFÖRDERVEREIN FALKART e.V.

Bild des Monats: Heinz Tetzner / Selbst / 1985

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Der Maler und Graphiker Heinz Tetzner bewahrt in seiner Kunst eine Tradition, die von Gotthardt Kuehl über Rouault bis zu Jüchser und Rosenhauer reicht, die eine hohe Malkultur mit einer tiefen Achtung vor dem Menschen verbindet und sich in der zeitlichen Verschiebung von zwei Generationen dem Expressionismus verpflichtet fühlt.

 

Alle Bilder Tetzners sind Menschen-Bilder, auch wenn sie Natur oder Kreatur zum Inhalt haben.

Über den Werken des Künstlers liegt eine Aura von innerer Ruhe und andächtigem Staunen, als konzentriere sich die widersprüchliche Schönheit der Welt in ehrwürdigen Sinnbildern aus Form und Farbe, den sonoren Klängen einer Orgel vergleichbar.

Tonig-verhaltene, erdige Farbigkeit bestimmt den Ausdruck der Bilder, die den Menschen in würdevoll-schlichtem Dasein gestalterisch fassen: stehend, sitzend, schauend. Keine Aktion, keine Handlung beeinträchtigt die Begegnung mit den Dargestellten, die in ihrer „edlen Einfalt und stillen Größe" (Winkelmann) menschliches Charisma entfalten und die psychische Sensibilität des Künstlers bezeugen.

Zwischen Harlekin und Männern mit Hut klagt sich immer wieder - neben Bildnissen bekannter und nicht bekannter Personen - das Selbstbildnis Heinz Tetzners ein: grämlich und zerknirscht, zweifelnd, besorgt und leidend, aber auch als verschlossen- energisches, gelassen - kraftvolles Zeugnis eines unbeirrbaren Weges-ein bildhaftiges Gewissen.

Und mit welch einem Reichtum visualisiert der Maler seine Erfahrungen und Empfindungen vom Menschen, von der Welt: Im Bildraum waltet eine beinahe zyklopenhafte Ordnung, die geradezu ins Auge drängt. Wo man einen Übergang erwartet, schlägt eine Kontur zu, verwehendes Altrosa vibriert neben einem tiefen Preußisch - blau, bald ist das Inkarnat des Gesichtes ein verfließender Fleck - malerisch nur wenig differenziert, bald baut sich ein Selbst - Kopf auf wie ein Fels in der Brandung - eher aus einem Gebirge heraus gesprengt oder mit einer gewaltigen Axt behauen als mit dem Pinsel artikuliert (Selbst in Arles 1992).

Heinz Tetzner ist einen unbeirrbaren Weg gegangen. Er hat sich weder von der Doktrin ideologischer „Pflanzkunst" beeinträchtigen lassen noch vom Diktat der Abstraktion. Er hat ganz einfach im Sinne von Hermann Hesse gehandelt:

Wenn man etwas für recht hält, muss man es auch tun."

Siegfried Wagner

 

Bilder und Texte: Ausstellungskatalog: Heinz Tetzner - Malerei und Grafik / Kunstverein Plauen-Vogtland e.V. / Galerie im Malzhaus /

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