Ólè (Marco Olesch) "Nullmeridian" Gestaltung Fassdaube / 2026

Der Nullmeridian ist eine gedachte Linie – und doch hat kaum eine andere so viel Bedeutung.

Er trennt die Welt in eine westliche und eine östliche Hemisphäre. Gleichzeitig verbindet er den Süd- mit dem Nordpol. Er ist Orientierung, Zeitgeber und Bezugspunkt der Welt – Greenwich, UTC, Anfang und Übergang zugleich.

Solche unsichtbaren Linien durchziehen die Geschichte der Menschheit überall.

Es gibt sie auf Zypern, in Korea, im Sudan. Es gab sie mitten durch Deutschland. Linien, die trennten – politisch, kulturell, menschlich. Und dennoch lebten entlang dieser Grenzen immer Menschen mit denselben Hoffnungen, Ängsten, Erinnerungen und Träumen.

Denn am Ende verbindet uns etwas Größeres als jede Grenze: Menschlichkeit.

Es spielt keine Rolle, ob jemand im Osten oder Westen lebt, im Norden oder Süden, hüben oder drüben. Entlang jeder Linie leben Menschen. Menschen, die fühlen, lieben, zweifeln, lachen, leiden und erschaffen.

Gerade deshalb trägt Kunst eine besondere Verantwortung.

Wenn die Welt lauter wird, wenn Krieg, Spaltung und Chaos drohen, dann darf Kunst nicht leiser werden – sie muss stärker werden. Künstler schaffen Verbindungen dort, wo andere Grenzen ziehen. Sie schaffen Räume für Begegnung, für Gedanken, für Gefühle und für gegenseitiges Verstehen. Kunst überwindet Linien, die auf Karten existieren, aber niemals im Herzen bestehen dürfen.

Margot Friedländer sagte einst:

„Ich sage ihnen, dass in meinen Adern das gleiche Blut fließt wie in den ihren: Es gibt kein christliches Blut, kein jüdisches Blut, kein muslimisches Blut – es gibt nur menschliches Blut, und wir müssen die Menschen respektieren.“

Jeder Mensch zieht seine eigene Linie durchs Leben.

Wie einen persönlichen Meridian trägt er sie hinter sich her – bewusst oder unbewusst, Schritt für Schritt, Tag für Tag. Manche Linien kreuzen sich nur kurz. Andere verlaufen lange gemeinsam und hinterlassen etwas Bleibendes: Musik, Bilder, Worte, Gedanken, Erinnerungen. Kunst eben.

Kunst bewegt Menschen.

Sie verbindet Herkunft mit Zukunft, Unterschied mit Gemeinsamkeit, Fremde mit Nähe. Sie verbindet nicht nur einen Preußen mit dem Vogtland – so wie in meinem Fall. Sie verbindet Menschen überhaupt.

Und genau dafür steht auch die Idee von Falkart.

Der vogtländische Kunstverein falkart e.V. versteht Kunst nicht als Grenze, sondern als Meridian: als verbindende Linie zwischen Menschen, Perspektiven und Kulturen. Ein Ort, an dem Begegnung wichtiger ist als Herkunft. Ein Ort, an dem Kunst Brücken baut – zwischen Generationen, Regionen und Gedankenwelten.

So ziehen wir alle unseren eigenen Meridian durchs Leben.

Und manchmal treffen sich diese Linien genau dort, wo Kunst Menschen miteinander verbindet. (ÓLÈ)


MARCO OLESCH (ÓLÈ MÁMÙT)

oder einfach nur "ÓLÈ"

geboren am 09.07.1971 in Brandenburg an der Havel. 10 Klassen an der Polytechnischen Oberschule Klingenberg abgeschlossen. Lehre zum Koch im Ratskeller zu Brandenburg a.d. Havel.

Erste Bilderverkäufe in den Jahren '88 und '89 in der Glaserei/Kunsthandlung und Rahmungen in der Plauer Straße in Brandenburg; es folgten etliche Jahre Militärzeit. Danach 2 Jahre Aufenthalt in Dortmund, 2001 bis 2016 Aufenthalt in Augsburg - dort 2012 Mitbegründer der Kulturveranstaltung "Kultur-pur" und Teilnahme an den dortigen Ausstellungen.

Danach Rückkehr nach Brandenburg und Rathenow. In der Brennabor-Kunsthalle Teilnahme an der OFF-ART 2016 und 2018.

2021 "kleine Werkschau" eine Soloausstellung im Gotischen Haus in der Altstadt Brandenburgs.

2021 offizielle Einladung zu einer Soloausstellung im Staatlichen Regional Art Museum Cherson (Ukraine)

2023 Teilnahme Ausstellungsteilnahme an der ART-WEEK in der Brennabor-Kunsthalle in Brandenburg

2025 Umzug nach Auerbach/Vogtland in Sachsen

Ausstellung „Lifelines“ im Kulturhaus Aue vom 06.02 - 30.06.2026 

 

Malstil von Ólè - Surrealer Realismus

Ólès Malerei vereint präzise gegenständliche Darstellung mit einer symbolisch aufgeladenen, inneren Bildlogik. Er arbeitet in einem Stil, den er selbst als „Surrealen Realismus" bezeichnet - eine Bildsprache, in der das Reale erhalten bleibt, aber in einen neuen, oft poetisch-psychologischen Kontext gesetzt wird.

Seine Werke entstehen aus tief autobiografischen Motiven: Erinnerungen, Erlebnisse, Übergänge und emotionale Zustände. Diese fließen in eine minutiös geplante Komposition ein, die auf umfangreichen Skizzen, Studien und gedanklicher Vorbereitung basiert. Erst wenn das Werk im Kopf vollständig „gebaut" ist, beginnt der malerische Prozess.

Der Realismus in Ólès Bildern zeigt sich in der handwerklichen Genauigkeit, der räumlichen Klarheit und der präzisen Licht- und Farbführung. Das Surreale dagegen offenbart sich in der Kombination der Elemente - Dinge des Alltags erscheinen in neuen Zusammenhängen, verlieren ihre ursprüngliche Funktion und gewinnen eine metaphorische Bedeutung.

Bauwerke , Gegenstände und die Natur ,werden zu Trägern innerer Zustände: des Übergangs, der Erinnerung, der Unsicherheit oder des Neubeginns. Jedes Detail besitzt eine Funktion im emotionalen Gefüge des Bildes.

Ólès „Surrealer Realismus" ist damit keine Flucht aus der Wirklichkeit, sondern eine Verdichtung derselben - ein Versuch, das Unsichtbare sichtbar zu machen, ohne den Bezug zum Realen zu verlieren. Seine Bilder sind Kompositionen des Bewusstseins, in denen das Persönliche und das Symbolische, das Präzise und das Traumhafte eine eigene, stille Logik entfalten. Quelle: https://www.art-pario.com/ole-mamut/