Luderer, Ursula (1926-2017)

Leben und Werk

Die Malerin und Grafikerin Ursula Luderer (1926-2017) entstammte mütterlicherseits einer Bildhauerfamilie, lebte und arbeitete überwiegend in Sachsen. Sie besuchte die Kunstschule für Textilindustrie Plauen sowie von 1949 bis 1952 die neu gegründete Mal- und Zeichenschule Zwickau. 1952 erfolgte die Aufnahme in den Verband Bildender Künstler.

Ihr Frühwerk zeugt von einer bemerkenswerten Reife. Insgesamt ist das umfangreiche Oeuvre von einem erstaunlichen Wandlungsreichtumundstilistischer Vielfalt geprägt. Ihr überwiegend figürlich dominiertes Schaffen weist Formenstrenge, Dynamik sowie Farbintensität auf.

Im Spätwerk fand die Künstlerin zur abstrakten Malerei. Wichtige Techniken ihres Oeuvres bilden Aquarell, Ölmalerei, Zeichnung, Collage, Pastell, Papierschnitt, Plastik und Glasmalerei. Oftmals führte sie die vertiefte Auseinandersetzung einer Bildthematik in Form von

Zyklen aus. Gattungen, in denen Ursula Luderer überwiegend arbeitete, sind Porträt, Architektur, Landschaftsmalerei, Stillleben, Sakrale und Abstrakte Malerei.

Ursula Luderer geriet in den späten 1940er Jahren in die Auseinandersetzung der Formalismus-Realismus-Kampagne, die die Ablehnung der Klassischen Moderne nach sich zog. Aufgrund ihrer hierzu eingenommenen Haltung galt sie in der DDR als nicht systemkonform. Jene ideologisch geforderte Malweise im Sinne des

Sozialistische Realismus lehnte sie ab. Schließlich wurde Ursula Luderer 1959 aus dem Verband Bildender Künstler (VBKD) ausgeschlossen. Damit war die Möglichkeit sich an öffentlichen Ausstellungen zu beteiligen, nicht mehr gegeben.

Das Werk dieser vielseitig agierenden Künstlerin weist ein hohes Maß an Heterogenität auf - immer wieder erprobte sie neue formensprachliche Wege. So dürfte die Malerin Ursula Luderer eine Entdeckung für jeden Kunstliebhaber sein.



1949 Erste Kunsthandwerk- und Kunstgewerbeausstellung, Aue/ Sa.
1952 Städtische Kunstausstellung - Kunstpreis der Stadt Zwickau
1953 Werkwoche Junge Kunst Kassel, 2. Preis (Malerei/ Skulptur)
1958 Kunstausstellung Malerei, Grafik, Plastik Aue/ Sa.
1998 Retrospektive 1948-1998, Ursula Luderer - Zyklen (Aquarell, Pastell, Zeichnung, Glasmalerei, Plastik) Auenkirche, Berlin-Wilmersdorf
1999 Ausstellung Frauenbildnisse - Ursula Luderer Haus der Kirche, Berlin-Wilmersdorf
2011 Werkschau - Ursula Luderer, Oberes Schloss Ellefeld (im Rahmen der Buchpräsentation: Griseldis Gubelt. Ursula Luderer - Leben und Werk. Eine verfemte
Malerin und Grafikerin. Regensburg 2010)
KONTAKT
Dr. Griseldis Gubelt
[email protected]
Besichtigung nach Vereinb
Tel.:037465/ 408822

Der Kunstförderverein bedankt sich bei Dr. Griseldis Gubelt für die Bereitstellung der Bilder und die Informationen!