Timmel, Ernst Ludwig (1868-1939)

am 13.05.1868 in Plauen geboren

Eltern Berta Kraut und Ernst Ludwig Timmel waren Besitzer eines beliebten Gutshofes in Plauen

in frühen Jahren erste Skizzen und Zeichnungen

Studium an der Kunstakademie Leipzig

Studium an der Schule für schöne und gewerbliche Künste in Dresden

Lehre Textilunternehmen Loeb & Schoenfeld in Rorschach/Schweiz

Versetzung zum Zweigunternehmen in den USA nach Camden, New Jersey

1894 Rückkehr nach Plauen

Gründung eines eigenen Unternehmen (Ernst Timmel & Company) Export Spitzen und Stickereien

er war verheiratet und hatte 4 Kinder / gewann Langstreckenrennen mit dem Fahrrad und war Vorsitzender des Radsportclub Plauen

1902 Goldmedaille für Stickerei mit verzierte Spitzen in St. Petersburg

1904 Großer Preis für Stickerei mit verzierte Spitzen Weltausstellung St. Louis, Missori

der erste Weltkrieg ruinierte sein Unternehmen

wegen Kindheitsunfall ausgemustert (blind auf dem rechten Auge)

1915 Umzug nach St. Gallen

1920 Beauftragter für Textilunternehmen West new York, New Jersey

1924Art-Director bei Schwarzbach & Huber New York City (größter Tapetenhersteller der Vereinigten Staaten)

Er zeichnete und malte bis zu seinem Tod am 15.09.1939 in Ridgefield, New Jersey



Seine Tochter Liselotte Timmel (Pinehurst, North Carolina) schrieb über ihren Vater in einem kleinen Katalog, der dem Kunstförderverein falkart e.V. vorliegt:

Timmel war ein gutaussehender Mann, brillant, geistreich und unternehmungslustig. Er stand der Natur und der Kunst empfindsam gegenüber, war in hohem Grade durch Lebensfreude ausgezeichnet und verschmähte vorgefertigte Formeln für die Lebensführung. Sein Geist war unablässig und in hoher Intensität angefüllt mit Musik, Worten und Visionen von Schönheit, und er glaubte, daß Intuition, nicht Imitation das eigentliche Ziel der Kunst sei. Er war ein unermüdlicher Beobachter, der jedes Detail in sich aufnahm, gab seiner reinen Freude angesichts heller und schöner Farben Ausdruck, und er verwandelte diese Bilder in „Paläste" angenehmer Empfindungen für das Auge. Für ihn waren Maler Philosophen, die Ideen formten und mittels ihrer Kunst Wissen kommunizierten. Trotz der erheblichen Behinderung, die darin lag, daß er nur mit einem Auge sehen konnte, schuf er Hunderte von ausgefeilten Spitzen-und Textilentwürfen, Ölgemälden und Aquarellen. Seine Skizzen und Zeichnungen erlauben ein deutliches Verständnis seiner Absichten, wie sie auch eine Einsicht in seine Persönlichkeit und seinen Geist bieten.

Aber seine grenzenlos scheinende Energie und sein Lebensenthusiasmus schränkten sich nicht auf den Pinsel und den Zeichenstift ein. Seine Leichtigkeit im Umgang mit der Schreibfeder offenbart eine eigene Kunst, die von der Natur und ihren Mysterien, von Freude und dem Glück des Schaffens spricht. Seine Schreibfeder brachte Bände kalligraphischer Prosa, Gedichte, Schauspiele und philosophische Meinungen hervor. Seine Leidenschaft für die Malerei und das Schreiben intensivierte sich mit den Jahren und verzweigte sich in eine große Sammlung von Kunstwerken und literarischen Texten des 19. und 20. Jahrhunderts, die bis heute im Familienbesitz ist.

"Lisa" wurde am 23. Februar 1910 in Plauen als jüngste Tochter von Berta Kraut und Ernst Ludwig Timmel geboren.

Lisa lebte und arbeitete in Manhattan, wo sie für die John Robert Powers Agency modelte und nach einer 45-jährigen Karriere bei Time Inc. in den Ruhestand ging, wo sie in der PR-Abteilung des Life Magazins arbeitete. 1973 zog sie sich nach Pinehurst zurück, war bis zu ihrem 93. Lebensjahr eine sehr konkurrenzfähige Tennisspielerin und gewann viele Vereinsmeisterschaften als Mitglied des Pinehurst Tennis Club.

Liselotte Timmel starb 26. November 2011 in St. Joseph of the Pines (Pinehurst, North Carolina). Nach ihr wurde ein Pavillon, der heute im Besitz des Dorfes Pinehurst (Stiftung Pinehurst Village Heritage Foundation) ist und sich auf der Wiese im Dorfarboretum befindet, benannt.

Ihr gingen im Tod ihre Eltern und ihre drei geliebten Schwestern Molly, Jenny und Marianna voraus.

 

Quelle: Leider ist nicht bekannt, von wem der Katalog mit den Bilder erstellt, und wo dieser gedruckt wurde.