1910 in Brunndöbra (OT Klingenthal/Vogtl.) geboren ( eines von sieben Kindern)
Vater Maurer 1914 gefallen (1.Weltkrieg)
1916 erste Bilderkopien
1924-1929 Lithografenlehre (Lukas Missbach Brunndöbra)
„Studienwalze“ nach Italien (es entstehen expressiven Dolomiten-Blätter)
1930 Förderung durch Maler Franz Gruß (Wiener Akademiker) Guss hat seit 1924 eigenes Atelier in Silberbach (Stříbrná) Nähe Graslitz (Graslice)
1930/32 Militärdienst (er ist vaterseits jetzt tschechischer Staatsbürger)
1932 freiberuflich als Karikaturist (antinazistische Kampfzeitschrift)
ab 1933-1935 Studium Akademie der bildenden Künste Prag / Kontakte zu Schriftsteller Hans Watzlik (Grafik-Zyklus „Heldentum und Trauer des böhmisch-bayrischen Waldes“
Bartl schriebt dazu das Vorwort
1935 Abbruch wirtschaftliche Schwierigkeiten
- erste Museumsankäufe und Ausstellungserfolge
1937 Großen Deutschen Kunstausstellung in München
1938 Anschluss der Tschechoslowakei an das Deutsche Reich / er wird deutscher Staatsbürger
1939-1945 Wehrmacht / Stalingrad /
Okt.1945 Entlassung aus amerikanische Kriegsgefangenschaft
Nov. 1946 zurück nach Brunndöbra
Dez.1946 Fusion von KPD und SPD und Beitritt Sozialistische Einheitspartei
1947 Kunsterzieher in Wendgräben (OT von Möckern / Landkreis Jerichower Land / Sachsen-Anhalt)
Juni 1948 Nebenstelle als Fachlehrer (Fachschule für angewandte Kunst in Magdeburg)
Januar 1949 ins Hauptamt
1963 Schließung der Fachschule für angewandte Kunst in Magdeburg
gefunden: M I T T E L D E U T S C H E Z E I T U N G / M I T T W O C H , 2 . F E B R U A R 2 0 2 2
„Penthesilea aus dem Oderbruch: Gabriele Koerbl“, bis zum 10. April im Forum Gestaltung Magdeburg, Bran-
denburger Str. 9/10, Mi-So 14-18 Uhr
Schau zu Felix Bartl
Neben der Koerbl-Ausstellung sind auch Zeichnungen und Grafiken von Felix Bartl (1910-1987) zu sehen. Der aus dem Vogtland stammende Künstler war von 1948 bis zur Schließung 1963 Zeichenlehrer an der Fachschule für angewandte Kunst in Magdeburg, der DDR-Nachfolgerin der 1793 gegründeten Kunstgewerbeschule, deren Geschichte das Forum Gestaltung in einer Dauerausstellung aufbereitet hat.
Die von Bartl gezeigten Arbeiten datieren aus mehreren Jahrzehnten: Zeichnungen einer Italien-Wanderung von 1929 und aus seinen Prager Studienjahren in den 1930er Jahren sowie aus der DDR-Zeit.
Im Zentrum steht aber sein Grafik-Zyklus „Heldentum und Trauer des böhmisch-bayerischen Waldes“. Die Werke gehören zu Konvoluten, die Renate Bartl, die Witwe des Künstlers, sowie der Dresdner Sammler Gert Hofmann dem Forum Gestaltung schenkten. KAI AGTHE
Zitat: „Das, was man eine künstlerische Karriere nennen könnte, gelingt nicht, wenn er auch wieder künstlerisch arbeitet und ausstellen kann. Die Zeichnungen, die von Arbeitenden entstehen, sind zu ehrlich, um für propagandistische Zwecke sozialistischer Kulturpolitik herhalten zu können. Die Anforderungen dieser Politik an die Kunst, denen er glaubt entsprechen zu müssen, treiben ihn zusehends in einer Art bebilderter Sprachlosigkeit.“ Quelle: © Norbert Eisold / Forum Gestaltung e. V.
Wir danken Herrn Norbert Eishold für die freundliche Unterstützung und Bereitstellung der Informationen und Bilder.
Quelle: Forum Gestaltung e.V. / Brandenburger Straße 10 / 39104 Magdeburg
Zitat und Ausstellung: Felix Bartl "Heldentum und Trauer des boehmisch-bayrischen Waldes" / © Norbert Eisold / Forum Gestaltung e. V.
(Die Ausstellung wird ermöglicht durch zwei großzügige Schenkungen an die Sammlung Archiv Forum Gestaltung, schon 2010 durch Renate Bartl (Heteborn) und 2021 durch Dr. Gerd Hofmann - Dresden)
Fotos: Abbildungen: Schlucht bei Stalingrad Tusche und Aquarell, 1942; Selbstbildnis, Bleistift, 1930; Alter Bagger auf der Moldau in Morgennebel, Bleistift, 1932; [Junge Frau], Lithografie, o. J. / © Forum Gestaltung e. V. / Archiv Forum Gestaltung, Schenkung Renate Bartl.
Bilder Nr 5-7 und Porträt: Kleines Klingenthaler Malerbuch Nr.16 ( Kulturbund Ortsverein Klingenthal e.V. / Johannes Grimm Dez.2003)
Bilder und Texte: Wir haben uns bemüht alle Rechteinhaber ausfindig zu machen. Sollten trotz sorgfältiger Nachforschungen berechtigte Ansprüche weiterer Rechteinhaber bestehen, wird um Kontaktaufnahme gebeten.