Kunst soll das Identitätsgefühl der Falkensteiner Jugend stärken

Foto: Schüler befassen sich mit Bildern, die jahrelang auf dem Dachboden des Falkensteiner Rathauses vor sich hin dämmerten. Im Bild (v.l.) Linda, Vivien, Antonio, Ursula Jacob vom Jugendclub, Sophie, Joey und Lilli. FOTO: JOACHIM THOSS

Junge Menschen an Kunst heranführen und ihre Verbindung zur Heimat stärken - das möchte der Falkensteiner Rainer Döhling. Erreichen will das der Inhaber des Teehauses Viehweg mithilfe von etwa 140 Ölbildern und mehreren Hundert Aquarellen von den Falkensteiner Künstlern Walter Dietrich und Walter Thomas.

Rainer Döhling Teehausinhaber und Kunstfreund

 

"Die Falkensteiner Interessengemeinschaft Blauer Punkt hatte sich als Träger des Projektes bereiterklärt, 1.000 Euro Eigenanteil aufzubringen", sagt Döhling. Mit dem Bereitstellen von 8.500 Euro Fördermittel durch die Sächsische Aufbaubank kann das unter dem Titel falkart laufende Projekt in die Tat umgesetzt werden.

Die Idee zum Label falkart hatte der Falkensteiner Maler und Grafiker Wolfgang Blechschmidt, weil es in Anlehnung an die Designer-Traditionen des früheren Textilbetriebes Falgard eine Verbindung zur Kunstszene der Stadt verdeutlichen könnte. "Durch die Textilindustrie hat Falkenstein in den vergangenen 100 Jahren einen enormen Schub erhalten. EIn Beispiel sind die vielen Jugendstil-Häuser", erklärt der Kunstfreund Döhling. Doch die Falkard existiert bereits nicht mehr. Er befürchtet, dass die Erinnerung an die große Zeit der Stadt bei der Jugend schnell verblasst.

Nach seinen Worten wird derzeit eine Internetseite erstellt, auf der die Kunstwerke der Öffentlichkeit präsentiert werden können. Er schätzt, dass sie Anfang nächsten Jahres fertig ist. Die Schüler des Falkensteiner Freizeitzentrums und der Trützschler-Oberschule waren von Anfang an einbezogen. "Die Schüler erstellen derzeit Biografien von Walter Dietrich und Walter Thomas." Döhlings Vision und die seiner Mitstreiter aus der Falkensteiner Kunstszene: Sie wollen die Werke einer breiten Öffentlichkeit zeigen. Er kann sich vorstellen, dass Firmen der Stadt die Bilder ausleihen und ausstellen. Bei den Firmen schließt sich für Döhling der Kreis: "Die brauchen junge Leute als Lehrlinge:" Er wünscht sich, dass die Jugend über die Bilder den Weg in die Unternehmen findet.

Parallel zur Internetseite läuft ein Videoprojekt. Mithilfe von Filmemacher Thomas Mücke und einer Videokamera wird ein Film über das Projekt gedreht. Die Aufnahmen fertigen zwei Mädchen aus dem Falkensteiner Freizeitzentrum. Außerdem soll ein Flyer entstehen.

Die Bilder lagen viele Jahre in einem ungeeigneten Raum auf dem Dachboden des Falkensteiner Rathauses. Jetzt lagern sie in einem klimatisierten Zimmer. Der Falkensteiner Inhaber des Teehauses hatte sich schon seit längerer Zeit gemeinsam mit den Malern und Grafikern Siegfried Henze, Regina und Wolfgang Blechschmidt sowie Lothar Stauch Gedanken über die Zukunft der Kunstwerke gemacht.

Der Artikel wurde verfasst von Lutz Hergert und erschien am 01.12.2013 in der Freie Presse Auerbach