Falkensteiner Urgestein...eine Idee wird geboren!

 

Bild v.l. Rainer Döhling, Siegfried Henze, Wolfgang Blechschmidt und Lothar Stauch

Falkensteiner Kunstfreunde wollen Nachlässe verstorbener einheimischer Maler bewahren und in der Öffentlichkeit mehr Interesse für bildende Kunst wecken. Zum Eröffnungsabend der kleinen Kunstausstellung von Siegfried Henze, Wolfgang Blechschmidt und Lothar Stauch im Hotel Falkenstein am 6. Oktober wurden Bilder des Falkensteiner Malers Walter Thomas präsentiert, die bislang in einem Archivraum auf dem Dachboden des Falkensteiner Rathauses untergebracht waren. „Sie gehören zum eingelagerten Nachlass der Falkensteiner Künstler Walter Thomas, der auch Schüler von Otto Dix war, sowie Walter Dietrich. Der Fundus umfasst gerahmte Bilder sowie Grafiken in Mappen, die bereits vor der Wende der Stadt übergeben worden waren“, berichtet Geschäftsinhaber Rainer Döhling, der sich mit dem Falkensteiner Künstlertrio für eine Rettung der Kunstwerke einsetzen will. „Die lange Lagerung unter nicht gerade optimalen Bedingungen hat

 

deutliche Spuren hinterlassen.“

 

In Kooperation mit dem Heimat- und Museumsverein sollen die Bilderinventarisiert, restauriert und künftig irgendwie der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Auch die Stadt Falkenstein hat Unterstützung signalisiert. Der Maler und Grafiker Wolfgang Blechschmidt hat dazu die Idee eines Labels „Falk-Art“ins Gespräch gebracht, das in Anlehnung an die Designer-Traditionen des früheren Textilbetriebes Falgard eine Verbindung zur hiesigen Kunstszene verdeutlichen könnte. Weil ein Teil des künstlerischen Nachlasses bereits in einem bedrohlichen Zustand ist, drängt die

 

Zeit. Hauptproblem sind jedoch die Kosten. Daher gibt es Überlegungen, vertragliche Patenschaften für arg beschädigte Bilder zu organisieren, um die Kunstwerke zu restaurieren und sie später in öffentlichen Einrichtungen, wie Firmen, Kanzleien oder Arztpraxen auszustellen. Vorerst werden die Werke weiterhin in Regie der Stadt verwahrt. „Die Aktion steht noch am Anfang. Wir sollten dabei nicht auf öffentliche Gelder hoffen, sondern uns als Interessengemeinschaft selbst einbringen“, wirbt Rainer Döhling um private Förderer und Partner. Denkbar sei auch, Schulen über Projekttage einzubeziehen. Den Kunst- und Weinabend mit rund 70 Besuchern im Hotel betrachtet der engagierte Geschäftsmann als ersten Schritt. Denn auch andere namhafte Vertreter der Falkensteiner Kunstszene sollten nicht dem Vergessen zum Opfer fallen, findet Döhling und erwähnt den Landschaftsmaler Johannes Wagner, der im Jahr 2014 genau 100 Jahre alt geworden wäre. (jhüb)