Ein Meister der Künste: Verein Falkart ehrt Multitalent

von Wolfgang Blechschmidt (Kommentare: 0)

Bruno Paul (1903 bis 1992) war Fotograf, Maler, Grafiker, Schnitzer - und sein Leben lang bescheiden. Ab heute ist sein Werk zu bewundern. Um ein Haar wäre es verloren gegangen.

Wolfgang Blechschmidt (links) und Horst Teichmann vor Tafeln der Bruno-Paul-Ausstellung. Links oben ein Porträt des Künstlers. Foto: Joachim Thoß

Von Bernd Appel
erschienen am 20.10.2017

Davon kann sich ab heute Abend jeder überzeugen: In der Falkart-Galerie im Falkensteiner Schloss (Sparkassengebäude) wird eine Ausstellung über das Multitalent eröffnet. Viele Werke sind erstmals zu sehen.

Teichmann lernte Bruno Paul erst am Ende seines schaffensreichen Lebens kennen, als dieser nach dem Tod seiner geliebten Frau von Falkenstein in ein kleines Haus nach Ellefeld umzog. "Er war ganz bescheiden", sagt der Ellefelder. "Er sagte immer: Ich mach das alles für mich und meine Leut"." Er entstammte der "Fotografen-Dynastie", die auch in Auerbach und Lengenfeld Geschäfte betrieb. Er erlernte den Fotografen-Beruf, besuchte gleichzeitig die Falkensteiner Außenstelle der Kunstschule Plauen. Damit waren die Weichen für seinen Lebensweg gestellt.

Von jeher experimentierte er in der Dunkelkammer, "reines Ablichten war nie seine Sache", so Teichmann. Er filmte Segelflugversuche in der Region sowie die Zeppelin-Landung in Brunn bei Reichenbach. Und er hielt mit den verschiedensten Techniken das fest, was ihm am Herzen lag: die vogtländische Landschaft, die einfachen Menschen seiner Heimat. Aus dem Vogtland kam er nie heraus - mit Ausnahme der unfreiwilligen "Reise" als Soldat an die Ostfront.

Doch nicht "nur" Malerei, Grafik und das Filmen waren sein Metier: Paul widmete sich ebenso der Schnitzkunst, schnitzte gleich noch die Rahmen für seine Bilder. Auch an Plastiken versuchte er sich.

Eine lebenslange und tiefe Freundschaft verband Bruno Paul mit Dr. Friedrich Barthel (1903 bis 1989), der als Heimatforscher und Mundartdichter bekannt wurde. Auch dies wird in der Ausstellung dokumentiert, ebenso wie Pauls Bindung an die "Burgstein-Freunde", eine illustre Runde von Freigeistern, die sich speziell für die Romantik in der Tradition Hermann Vogels begeisterte und regelmäßig gemeinsam auf Wanderschaft ging. Von 1953 bis zu dessen Einstellung 1980 gestaltete er die Titelbilder des "Auerbacher Kulturspiegels".

Um ein Haar wäre Bruno Pauls Werk nach seinem Tod "entsorgt" worden -Horst Teichmann konnte den Nachlass in letzter Minute sichern. Dieser zählt nun zum Fundus der Ellefelder Heimatfreunde. Aus diesem konnte der Falkensteiner Kunstförderverein Falkart schöpfen, der es sich auf die Fahnen geschrieben hat, das Andenken an verdienstvolle Söhne und Töchter der Stadt zu bewahren. "Zur Vernissage kann jeder kommen", betont Falkart-Vorsitzender Wolfgang Blechschmidt. Und rät: "Für diese Ausstellung sollte man sich Zeit nehmen, es gibt viel zu entdecken."

Die Ausstellung in der Falkart-Galerie der Sparkasse im Falkensteiner Schloss wird heute, 18 Uhr, mit der Vernissage eröffnet.

Wunderschöne Ausstellungseröffnung / viele Besucher / tolle Musik des Blockflötenquartett "quattro belleze" der Musikschule Vogtland und eine sehr informative Lautatio von Horst Teichmann aus Ellefeld. Dank an alle Beteiligten besonders den Mitarbeitern der Sparkasse Vogtland in Falkenstein, dem Stadtrat der Stadt Falkenstein und den Mitgliedern des Kunstförderverein falkart e.V..

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