Dichtender Chirurg auf Besuch in der alten Heimat

von Wolfgang Blechschmidt (Kommentare: 0)

Klaus Kochs stellt seine Aphorismen beim Falkart-Verein vor

Klaus Kochs stellt seine Aphorismen beim Falkart-Verein vor

"Rabenschwarzer Humor und der Sound von New York" heißt das aktuelle Programm von Klaus Koch, Saxophonist Andreas Pasternack und Gitarrist Christian Ansehl aus Rostock. Mit dem Leseabend gab gleichzeitig der Falkensteiner Kunstförderverein Falkart sein Debüt als Veranstaltungsorganisator.

In "kleine, böse Sprüche" packt Klaus Koch alles, was im menschlichen Leben vorkommt. Obwohl auffallend viele Reime um Frau und Mann kreisen, fällt ihm auch zu Dingen wie Politik, Psychologie und Alter eine Menge ein. Für Kinder schreibt er "entschärfte" Bücher. An Erwachsene adressierte Aphorismen dürfen gerne noch treffender und "etwas" deftiger ausfallen. "Es ist schon schmerzhaft, was sich manchmal so reimt", fand er. Trotz seiner "hinterfotzigen Art" wolle er niemanden ans Messer liefern, betonte der gebürtige Ellefelder. Ansonsten kennt er keine Grenzen. "Einen inneren Zensor habe ich eigentlich nicht", sagte er. Nicht nur humorvoll müssen die Reime sein, sondern auch tiefsinnig und hintergründig.

Beim literarischen Spiel mit den Gedanken hat der passionierte Aphoristiker keine Vorbilder. Er liest bevorzugt Kästner, Ringelnatz und Tucholsky. 19 Bücher mit Aphorismen und Epigramme hat er bis jetzt veröffentlicht, drei davon für Kinder. Nummer 20 ist fast fertig: Nächstes Jahr will er sich zum 70. Geburtstag selbst ein Geschenk machen und "Das dicke Kochbuch" auf den Markt bringen.

Klaus Koch gehört zu Deutschlands bekanntesten Aphoristikern und wuchs in Falkenstein auf. 1967 kehrte er dem Vogtland den Rücken, studierte Medizin in Greifswald und Rostock und fand während dieser Zeit zum Schreiben. Zunächst Stations- und später Oberarzt an der Chirurgischen Klinik Rostock, eröffnete Klaus Koch 1993 eine eigene Praxis. Inzwischen hat er sie verkauft und arbeitet halbtags. Manchmal besucht er seine vogtländische Verwandtschaft. "Ich bin gerne hier", sagte der Mediziner. "Das ist keine Frage."

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